Drei, zwei, eins – war gar nicht meins
Von Andreas Kesberger am 22.12.2008 2 KommentareKategorien: Allgemein, Laden Berlin
Letzten Dienstag kam ein Email von den immer sehr aufmerksamen Freunden von Alpa, dass bei einem Ebayangebot der Verdacht bestehen würde, die Ware könnte von einem Einbruch bei uns in Berlin stammen. Der erste Klick war schon einmal vielversprechend, denn die dort angebotene Kombination ist nun wahrlich in nicht allzu vielen Schaufenstern dieser Welt zu sehen gewesen. Doch der zweite Link war noch erfolgreicher. Weiß auf schwarz die Seriennummer aus unserer Schadensaufstellung vom September. Und auch der Anbieter war ein alter Bekannter. Bei einem vorherigen Einbruch waren auf seiner eigenen Seite gleich mehrere Kameras und Objektive mit Seriennummern als Diebesgut eindeutig identifizierbar.
Kleiner Einschub: Falls hier jetzt böse Menschen ihre Reintegration in die Gesellschaft durch eine günstige Gelegenheit bedroht sehen, kann ich diese beruhigen, da Monochrom-Berlin seit ein paar Wochen doch eher einem Hochsicherheittrakt gleicht. Selbst von artistischen Einlagen durch das Klofenster im Obergeschoss raten wir mittlerweile ruhigen Gewissens eher ab. Einschub beendet.
Im Frühjahr konnte die sehr rührige Berliner Kriminalpolizei – nachdem die Hürde, erst einmal einen internetfähigen Rechner aufzutreiben, überwunden war – leider nur ein Rechtshilfeersuchen in Richtung China starten. Seitdem haben wir nichts mehr davon gehört.
Dafür haben wir nun wenigstens wieder was vom Betreiber dieser Seite gehört. Und siehe da, er ist ein richtiger Poweseller. Mit weit über 1000 Bewertungen und noch dazu 98,7% positiv. Klicken wir doch gleich mal an. „Der Anbieter vertreibt Hehlerware“. Diesen Kommentar, der dann wohl eher unter die übrigen 1,3% fällt, müssen wir jetzt leider aus dem Gedächtnis zitieren, da er drei Tage später wieder gelöscht war. Also erst einmal ein Fax an die Kripo und eins an die Versicherung.
Aber der Link kam ja von ebay.de und Kleinmachnow ist allemal näher als Hongkong. Dann auch ein Email an ebay. Haben Sie schon einmal versucht, ein Email an ebay zu schreiben? Auf dieser Seite ist einfach keine Mailadresse zu finden. Zumindest ist mir das nicht gelungen. Aber es gibt unendliche Kontaktformulare. Wenn man selbst als ebay-Kunde angemeldet ist. Gut, man steigert ja auch schon mal um eine Babyschale für Fahrradanhänger mit. Schnell angemeldet und einen Verstoß gegen die Angebotsregeln gemeldet. Bling. Kommt ein Mail zurück, dass man innerhalb von 48 bis 72 Stunden antworten werde. Nun gut, wir schaffen die hausinterne Direktive vom nächsten Werktag ja auch nicht immer… In der grob gerechnet 69. Stunde kam dann am Freitag Morgen die Antwort. Frei nacherzählt: Wenn Sie das glauben, dann zeigen Sie doch bitte bei der Polizei den Verkäufer an. Wir helfen zwar gerne der Polizei, haben da sonst aber nichts damit zu tun. Immerhin: „Laut unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist der Handel mit Diebesgut auf eBay nicht gestattet.“
Das reizte dann doch zu einer „Ergänzung.“ Abgesehen davon, dass die Weiterleitung an die Polizei längst erfolgt war und dass der Hehlerbeweis des Anbieters noch vom ersten Diebstahl längst erbracht war, wäre ich auch gerne bereit gewesen, die Originalrechnung mit der fraglichen Seriennummer zu ebay zu faxen. Was mit der ebenfalls noch vorhandenen Originalverpackung zugegeben etwas schwerer fällt. Da wüssten wir dann doch gerne, was ebay für uns tun kann. Bei der nächsten Babyschale hätte ich ja auch gern gewusst, ob Hehler mit anbieten dürfen.
Bling. Wir melden uns in den nächsten 48 bis 72 Stunden. Doch diesmal ging es dann doch schneller. Wieder viel Stehsatz, aber die Info, dass ebay sich kümmern und die Aktivitäten des genannten Mitgliedes sorgfältig überprüfen wird. Nur was mit dem Anbieter geschieht, werden wir leider nicht erfahren, da dies dem Datenschutz unterliegt. Über Datenschutz in China wissen wir dann wirklich zu wenig. Zumindest war unser Apo Digitar zum Zeitpunkt des Maileingangs noch erhältlich. Beim Abendessen noch einmal in Rage geredet und gegen 22.30 Uhr wieder angeklickt, aber alles noch da. Doch tags darauf waren die Angebote unseres Freundes dann plötzlich verschwunden. Nur auf seiner Seite konnte man das Objektiv noch ordern, aber abends war es dann auch von dort nicht mehr bestellbar.
Nur was sagt uns das? Ob hier jemand nur einer Empfehlung von ebay gefolgt ist und demnächst wieder auf der Matte – hoffentlich nicht auf unserer – steht? Wir wissen es nicht. Schließlich haben wir ja auch nur angeboten, Beweise vorzulegen, es aber noch nicht getan, bevor welch Konsequenz auch immer gefolgt ist. Anderseits ist der Rest an Vertrauen und Beruhigung, der Freitag Abend verschwunden war, dann wenigstens wieder zurückgekehrt.
Die Globalisierung bleibt anstrengend. Der nicht einheitliche Rechtsraum schafft Platz für erfolgversprechende Betrügereien aller Art, doch trotzdem ist nicht zuletzt der Zwielichtige auf die funktionierende Infrastruktur dieser „Marktplätze“ angewiesen. Solange Powerseller damit werben, Sendungen als Geschenk auszuweisenm um Zollgebühren zu sparen, wird das wohl noch ein weiter Weg werden.
Übrigens gibt es unter digifan.cn immer wieder günstige Angebote, und sollte mal eine Originalverpackung oder eine Rechnung für Garantieansprüche fehlen, können Sie sich ja vertrauensvoll an uns wenden.
Liebe Bundesregierung
Von Andreas Kesberger am 08.12.2008 4 KommentareKategorien: Allgemein
eigentlich ist so ein Blog ja für alle da, aber in Zeiten der Krise kann man sich ja auch mal direkt an die Entscheider wenden. Zwar hat Iron-Peer das gerade wieder abgebügelt, aber der Idee mit den Konsumgutscheinen wollen wir uns dann doch noch mal widmen. Kann ja schnell wieder aktuell werden. Ist wie an Weihnachten. Die Großen unter sich schenken sich schon lange nichts mehr, aber wenn mir jemand was schenken will, dann nehme ich das immer gerne (meine Mama hat leider Internetzugang, gibt also doch nur wieder was für die Kinder). Noch dazu wenn das Zurückbezahlen so clever versteckt wird.
Nur glaube ich halt nicht, dass es so einfach wird, dass jeder 500 € kriegt, zwei Hunnis drauf legt und dann bei Monochrom vorbei kommt zum Einkaufen. Das letzte Mal als der Staat so einfach Geld verschenkt hat, waren das noch 100 Mark Begrüßungsgeld. Danach sind dann deswegen gleich 16 Millionen gekommen und anschließend wollte es auch niemand bezahlen. Kein Wunder, dass Peer da Angst hat. Sollte sich der deutsche Staat also doch noch zu einer solch unbürokratischen direkten Ankurbelung der Konjunktur bewegen lassen, wird er das regeln.
Aber richtig. Die ersten Bedenkenträger sind schließlich schon da. Von wegen wie schlimm das wäre, wenn mit dem deutschen Geschenk ein japanischer Plasma-Fernseher gekauft wird. Mal abgesehen davon, das das mit dem japanisch auch so eine Sache ist. Liebe Bundesregierung, wir können diese Bedenken zerstreuen. Bei Monochrom sind wir gerne bereit einen deutsch-Koeffizient an unsere Artikel dranzuschreiben. Wenn deutsch ja jetzt eh unsere Sprache – was seltsamerweise ausgerechnet in Stuttgart beschlossen wurde, wo die ja alles… – ist oder sein soll, dann passt das ja. Also gibt es Sticker für die Ordnerkassette, je nachdem ob der graue Karton aus Deutschland kommt (kommt er), der weiße genauso, die Metallheftecken und die Ringmechanik. Dazu tackert das dann noch eine ordentlich sozialversicherte nordhessische Arbeiterin zusammen. 100% deutsch, also her mit der Kohle.
Und für die schlimmen Sachen, die wir aus dem Ausland importieren, hätten wir ja auch noch eine Idee. Wir können ja die schönen Design-Portfolios aus San Franzisco – die aus Nordhessen wahrscheinlich auch einfach nicht so aussehen würden und deswegen würde sie dann niemand kaufen und was nützt dann der Konsumgutschein? – einfach viel teurer machen. Dann bleiben plötzlich 90 % vom Kaufpreis wieder in Deutschland und wir kaufen dann ganz bestimmt von unseren Gehältern auch deutsche Plasma…, ähem, geht ja nicht, also deutsche Waschmaschinen (aber dazu vielleicht beim nächsten Mal mehr). Einen Gegenfinanzierungsvorschlag hätten wir auch noch. Die Wortkombination „Folgen der Finanzkrise“ einfach mit einer 3 € Sondersteuer fürs nationale Phrasenschwein und fertig ist der Gutscheindruck. Die Homepage www.folgen-der-finanzkrise.de ist übrigens noch frei.
Das Vorwort
Von Andreas Kesberger am 01.12.2008 5 KommentareKategorien: Allgemein
Jetzt geht es los. Der Monofotoblog. Mindestens vierzehntägig – man hat ja auch noch was anderes zu tun – widmen wir uns künftig der Fotowelt. Der großen und der kleinen. Die manchmal so ist, wie wir uns das wünschen und manchmal so, wie wir es nie gedacht, ja nicht einmal gefürchtet hätten. Wo soviel Kommentar ist, dürfen Sie natürlich auch kommentieren und diskutieren. Durch Kommentare, Missachtung und konkrete Fragen können Sie die Themen des Blogs in die von Ihnen gewünschte Richtung schieben. Oder es zumindest versuchen. Denn erstens leben wir in einer Demokratie und zweitens kann der Schreiber dieser Zeilen ganz schön stur sein. Lassen wir uns mal überraschen wohin die Blogreise geht.