Für die Inhalte
Von Andreas Kesberger am 25.09.2009 0 KommentareKategorien: Katalog, Laden Berlin
Jetzt ist es bald geschafft. An diesem Wochenende ist es vorbei. Auch wenn es danach erst richtig anfängt, aber es ist geschafft. Vorbei sind die langen Spätsommerwochen, in denen man arbeiten musste, während die anderen über die effektivste Grillstrategie am Baggersee nachdachten. Wochen mit Urlaubssperre, während der eigene Briefkasten mit Ansichtskarten überquillt. Wochen, in denen es darum ging, Mitstreiter zu motivieren, Verbündete zu finden und Wochen, in denen man sich für den Tag X bereit macht und doch nicht weiß was die große unbekannte Masse da draußen überhaupt will. Ob sie es annimmt das Angebot.
Der Unterschied ist eigentlich nur, dass wir bei Monochrom nicht auf Sonntag 18.00 Uhr, sondern auf Samstag 10.30 Uhr warten. Dann gibt es keine neue Regierung, sondern »nur« den neuen Monochrom Katalog. Zuerst vorab im Laden (zumindest wenn DHL mitspielt) und später dann im Briefkasten. Da die Fernsehanstalten ja nicht verpflichtet sind, kostenlose Monochrom-Werbung im Abendprogramm zu schalten, müssen wir halt hier auf uns aufmerksam machen. Das erspart uns dann auch so ratlose Zuschauer wie gestern vor Harald Schmidt als nach unendlichen Sekunden des gelben Dauerlächelns die Einblendung folgt, dass für die Inhalte die Parteien verantwortlich sind. Aber wo waren sie denn? Scheint nur Flucht vor dieser Verantwortung zu herrschen. Oder es geht halt nur ums Herrschen.
Also wieder Inhalte. Beim neuen Monochrom-Katalog verteilen die sich auf 104 Seiten, was dann immerhin zwei mehr als letztes Jahr sind. Was ja eigentlich nicht so entscheidend wäre, doch angesichts des etwas weniger volumigeren Papiers (weniger BWL-blumig: es ist dünner) aber doch der Erwähnung wert ist. Ich gebe zu, dass früher der Katalog noch etwas mehr Dramatik hatte. Preise wie in Stein gemeiselt, Neuheiten erst wieder nächstes Jahr. So war das noch vor zehn Jahren. Damals sorgten die Preiserhöhungen während der Laufzeit auf Grund von um 30% gestiegenen Dollarkursen oder um 1% angehobener Mehrwertsteuer (welch glückliche Zeiten) noch für Tumulte am Telefon, heute ist der Fotofreund an wechselnde Preise fast so gewöhnt wie der Autofahrer an der Tankstelle.
Trotzdem hat man den Sommer über bei Quelle ja bemerkt wie Wohl und Wehe der ganzen Nation scheinbar an einem Versandkatalog hängen können. Auf derlei Dramatik verzichten wir lieber, auf den Katalog wohlweißlich nicht. Selbst in WLAN-Zeiten nimmt man das Notebook eben nicht so gern mit in die Badewanne, auch in der Hängematte stört es eher und ohne Bildschirm auf dem Nachttisch schläft es sich halt besser. Darum gibt es ab morgen 10.30 Uhr dann auch Sekt und Saft. Manfrotto und Gitzo, Epson und Multiblitz sind auch da zum Mitfeiern. Und das neue Hasselblad CFV-39 steht zum Ausprobieren zur Verfügung. Mit riesigen Stativen und niedrigen Preisen. Und ganz ohne Hochrechnungen. Nur für die Inhalte sind wir selbst verantwortlich.